Phu Quoc wird oft als das Postkarten-Vietnam verkauft: weißer Sand, türkises Wasser, Palmen. Stimmt auch, aber die Insel hat mehr zu bieten als Strand, und manches davon würde ich empfehlen, anderes eher nicht.
Ein echtes Highlight für uns. Eine kleine, unabhängige Schokoladenmanufaktur, bei der man den ganzen Prozess von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel sehen kann. Für Kinder spannend, weil sie riechen, probieren und anfassen dürfen, für uns Erwachsene angenehm entspannt, weil es klein und unaufgeregt ist – das komplette Gegenteil vom restlichen Touristentrubel auf der Insel.
Wenn ich einen Tipp für Familien geben müsste, dann diesen: Sachen in dieser Größenordnung funktionieren mit kleinen Kindern besser als jede große Attraktion. Kein Anstehen, keine festen Zeiten, keine Reizüberflutung.
Die Seilbahn selbst war schon ein Erlebnis, sie zählt zu den längsten Überseil-Bahnen der Welt, und der Blick übers Meer ist wirklich schön. Das war der Teil, der sich gelohnt hat.
Der Rest drumherum, Wasserpark und Areal, war für uns eher ernüchternd. Alles wirkte durchgetaktet, ein regelrechter Besucherstrom, der von einer Kaufstation zur nächsten geleitet wird: hier ein Foto kaufen, da ein Getränk, dort ein Snack, alles deutlich teurer als anderswo auf der Insel. Hat sich für uns nicht nach echtem Erlebnis angefühlt, sondern nach einer durchoptimierten Konsummaschine. Würde ich nicht nochmal so machen.
Falls ihr trotzdem hinwollt: Die Fahrt allein ist es wert. Man muss das Paket drumherum nicht mitnehmen.
Wir wollten ursprünglich zum Starfish Beach, einem der bekanntesten Strände der Insel. Das Problem: Man kommt nur mit einer extra Bootstour dorthin. Wir haben uns dagegen entschieden.
Im Nachhinein sind wir froh darüber. Drei Wochen später ist in genau dieser Gegend ein Ausflugsboot gekentert, mit tragischen Folgen, mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Ich will das hier nicht dramatisieren, solche Unglücke sind zum Glück selten. Aber es hat uns nochmal klar gemacht: Bei Bootsausflügen rund um Phu Quoc lohnt es sich, genau hinzuschauen.
Worauf wir bei einer Bootstour achten würden:
Mit kleinen Kindern an Bord würde ich davon ohnehin eher absehen, wenn die Bedingungen nicht hundertprozentig passen.
Das Gleiche gilt für die unsichtbare Seite: Wir sind seit dem Abflug über SafetyWing* versichert, weil es für uns die unkomplizierteste Lösung für längere Aufenthalte war. Was genau abgedeckt ist – und ob Wassersport und Bootsausflüge dazugehören –, steht in den jeweiligen Bedingungen und ändert sich; das musst du für deinen Fall selbst nachlesen. Ich bin keine Versicherungsberaterin und kann dir nicht sagen, was für dich das Richtige ist.
Wir waren sonst nirgends auf der Insel, aber ein paar Sachen stehen bei mir auf der Liste für den nächsten Besuch.
Im Süden der Insel, ein im mediterranen Stil gebautes Küstenstädtchen mit einer der schönsten Sonnenuntergangs-Kulissen der Insel. Dazu die Kiss Bridge direkt am Meer, die genau auf den Sonnenuntergang ausgerichtet ist.
Für Naturfans: Der Nationalpark bedeckt über die Hälfte der Insel und bietet dichten tropischen Dschungel mit Wanderwegen. Mit sehr kleinen Kindern wahrscheinlich nichts für einen ganzen Tag, aber für ältere Kinder die Abwechslung zum Strand.
Im Süden, gilt als einer der schönsten Strände der Insel: feiner weißer Sand, ruhiges Wasser – und man braucht dafür kein Boot. Genau die Kategorie, die bei uns am besten funktioniert hat.
Wer mit Kindern unterwegs ist: Vietnams größter Safaripark, über 3.000 Tiere in halbwilder Umgebung. Der Clou dabei: Nicht die Tiere sitzen im Käfig, sondern die Besucher fahren in einem geschützten Bus durch die Anlage.
Zwei Wege führen auf die Insel, und die Entscheidung ist wichtiger, als sie klingt.
Mit dem Flugzeug gibt es Inlandsverbindungen aus den großen vietnamesischen Städten sowie internationale Flüge. Der Flughafen hat deutlich mehr Kapazität als die Boote, und das Wetter stoppt ihn seltener.
Mit der Fähre geht es vom Festland aus zwei Häfen: Ha Tien ist die kurze Überfahrt (gut anderthalb Stunden mit dem Schnellboot), Rach Gia die längere (gut zwei Stunden). Betrieben werden die Strecken von mehreren Reedereien, unter anderem Superdong, Phu Quoc Express und – als Autofähre – Thanh Thoi. Tickets gibt es direkt bei den Reedereien oder über Buchungsportale wie 12Go oder Bookaway.
Zwei Punkte, die ich vorher gerne gewusst hätte:
Wer schnell seekrank wird, nimmt die kürzere Strecke ab Ha Tien und die früheste Abfahrt – die See baut sich im Lauf des Tages auf.
Grob gesagt: Die trockene Zeit liegt etwa zwischen November und April, die Regenzeit etwa zwischen Mai und Oktober. Das ist nicht dasselbe Muster wie in Hanoi oder Da Nang – Vietnam hat je nach Region völlig unterschiedliche Klimazonen, und Phu Quoc gehört zum Süden.
Für die Insel heißt das konkret: In der Regenzeit ist nicht jeder Tag verregnet, aber die Bootstouren und Fähren sind unzuverlässiger. Wenn Wasser und Meer der Grund für die Reise sind, ist die Trockenzeit die sicherere Wahl.
Welche Region in Vietnam wann am angenehmsten ist, habe ich ausführlich aufgeschrieben: Wetter in Vietnam: Wann ist wo die beste Reisezeit?
Phu Quoc ist größer, als es auf der Karte aussieht, und die Insel ist ziemlich klar aufgeteilt.
Mit kleinen Kindern würde ich zentral bleiben. Jede Fahrt quer über die Insel kostet Zeit, und abends nochmal irgendwohin zu fahren, weil es vor Ort nichts gibt, macht man genau einmal.
Unterkünfte suchen wir inzwischen über Trip.com* – das ist der Anbieter, mit dem wir hier arbeiten. Booking und Agoda sind für Vietnam ebenfalls gut sortiert, ein Quervergleich lohnt sich fast immer. Wie wir grundsätzlich vorgehen und warum eine unserer besten Unterkünfte über Facebook kam, steht hier: Unterkunft finden: Wie wir das machen
Auf Phu Quoc funktionieren die Fahrdienst-Apps – Grab und die elektrischen Xanh SM – und es gibt Taxis mit Taxameter. Für Familien ist das der entspannteste Weg: kein Roller mit Kindern, kein Handeln am Straßenrand.
Was dafür zwingend funktionieren muss, ist das Internet auf dem Handy. Ohne Daten keine App, kein Kartendienst, keine Adresse zum Zeigen. Wir nutzen eSIMs von Roamify*, nachdem uns eine andere eSIM bei der Ankunft in Vietnam im Stich gelassen hat. Die ganze Geschichte inklusive der Lektion daraus steht hier: eSIM und Internet unterwegs
Wie wir uns in Vietnam sonst fortbewegen, mit allen Erfahrungen zu Grab, Rollern und Überlandstrecken: Zu Fuß, Grab oder Roller – wie wir hier von A nach B kommen
Ja – aber ich würde bewusster auswählen, was man macht. Die kleinen, unaufgeregten Sachen wie die Schokoladenfabrik oder ein ruhiger Strand ohne Bootsfahrt haben uns mehr gegeben als das große, durchgetaktete Touristenprogramm.
Wenn ich die Insel nochmal plane, sieht das so aus: zentral wohnen, ein bis zwei größere Sachen für die ganze Familie, viel Strand, und Bootstouren nur, wenn Wetter und Anbieter wirklich passen. Das ist weniger auf der Liste, aber deutlich mehr vom Tag.
Und falls euch die lange Anreise davor noch bevorsteht: Langstreckenflug mit Kindern – geht auch ohne Drama
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Von Jenny am 29.06.2026
Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.
Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.
Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.