Mitten in all dem Streit um die PV-Anlage, mitten im aufkommenden Anwaltsschriftverkehr, fand sie trotzdem statt: die Übergabe unseres Hauses. Am 27. Juni – eineinhalb Wochen später, als wir es ursprünglich geplant hatten.
Vorher gab es noch eine Episode, die für mich bis heute alles über diese Käuferin sagt. Jeden einzelnen Vorschlag für eine Vorab-Besichtigung hatte sie abgelehnt, wochenlang. Und dann, kurz vor unserem Abflug, schrieb sie uns: Sie wolle am 16. Juni – unserem Abreisetag – um 8 Uhr morgens zur Übergabe kommen, damit ab 10 Uhr schon die Handwerker ins Haus können. Nach allem, was zu dem Zeitpunkt bereits schiefgelaufen war, mit der PV-Anlage, mit der Kaufpreisfälligkeit, mit sämtlichen abgesagten Terminen. Wir haben ihr klar gesagt: Eine Räumungsbesichtigung ist erst nach vollständiger Kaufpreiszahlung möglich. Sie wollte sich angeblich an alle Regeln halten – nur eben immer an die Regeln, die gerade in ihr Konzept passten. Das war der Moment, in dem uns klar wurde: Wenn sie so spielt, spielen wir ab jetzt auch nur noch nach den offiziellen Regeln. Kein Entgegenkommen mehr, keine Kulanz. Nur noch das, was im Vertrag steht.
Die Käufer hatten sich dann trotzdem lange Zeit gelassen, den ausstehenden Restbetrag zu zahlen. Kein Zufall, wenn man bedenkt, dass kurz zuvor bereits der erste Anwaltsbrief im Raum stand. Wir selbst waren zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr vor Ort – mein Schwiegervater hat die Übergabe für uns übernommen.
Die Käufer brachten ein eigenes Übergabeprotokoll mit. Mit einer Klausel darin, die uns für so ziemlich alles haftbar gemacht hätte. Wir haben uns dazu über WhatsApp mit meinem Schwiegervater abgestimmt und ihn angewiesen, das nicht zu unterschreiben. So geht das nicht. Eine pauschale Haftungsklausel, aufgesetzt von der Gegenseite, unterschrieben ohne eigene rechtliche Prüfung – das hätte uns in eine Position gebracht, die wir uns selbst hätten einbrocken müssen.
Im Nachhinein bestätigt sich dieses Bauchgefühl: Man muss sich nur das neue Angebot des zweiten Elektrikers ansehen, um zu erkennen, wie sehr die erste Version der Geschichte – die mit den 25.000 Euro – konstruiert wirkte. Hätten wir bei der Übergabe unterschrieben, was uns vorgelegt wurde, hätten wir uns vermutlich noch tiefer in eine Position manövriert, aus der es schwer gewesen wäre, wieder herauszukommen.
Vorab hatten wir mit den Käufern eine klare Vereinbarung getroffen: Sie übernehmen unseren Fitnessraum, so wie er ist, im Rahmen des Kaufvertrags. Das steht. Nur eines fehlt bis heute: das Geld. Trotz Übergabe, trotz Schlüssel, trotz unterschriebenem Vertrag haben sie den Kaufpreis noch nicht überwiesen.
Das ist der Punkt, an dem diese Geschichte gerade steht. Das Haus ist übergeben. Wir sind in Vietnam. Und ein Teil dieser ganzen Sache – das, was am Ende zählt, nämlich das Geld – ist noch offen.
Wenn ich auf die letzten vierzehn Monate zurückblicke, von den drei Maklern im April 2025 bis zu dieser Übergabe unter Vorbehalt im Juni 2026, dann ist das für mich keine Geschichte über ein Haus. Es ist eine Geschichte darüber, wie viel Geduld, Nerven und Klarheit man braucht, wenn man sein altes Leben abschließen will, während andere Menschen ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen – manchmal fair, manchmal nicht.
Das Haus ist weg. Der Rest ist noch nicht vorbei.
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Von Jenny am 29.06.2026
Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.
Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.
Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.