Manchmal gehen wir zu Fuß, ja. Aber ehrlich, das macht man hier eigentlich nicht. Man wird dabei schräg angeschaut. Die Gehwege sind kaum zum Gehen da, sie sind Roller-Parkplätze. Hier läuft so gut wie niemand, außer uns und anderen Ausländern.
Das war für mich am Anfang das Ungewohnteste überhaupt: Wir sind mit unserem Kinderwagen praktisch die Einzigen weit und breit. Die Einheimischen haben ihre Babys auf dem Roller, wirklich, auf dem Roller. Keine Kindersitze wie in Deutschland, kein Gurtsystem, einfach Baby vorne oder zwischen den Erwachsenen geklemmt, und los geht's. Klingt für deutsche Ohren nach Wahnsinn, sieht man aber hier überall, und dabei fahren sie auch nicht wie die Henker. Eher gemächlich, im Verkehrsfluss mitschwimmend.
Grab statt eigenes Auto
Für die meisten Strecken heißt Mobilität hier aber: Grab, die App, mit der man sich einen Fahrer bestellt, ähnlich wie Uber. Wir fahren damit zum Beispiel zum Kids-Café, zehn Minuten Fahrt, ein bis zwei Euro. Spottbillig, im Vergleich zu einer vergleichbaren Taxifahrt in Deutschland fast lächerlich.
Theoretisch könnte man sich auch selbst einen Roller mieten oder als Mitfahrer auf einem Roller-Grab fahren, das kostet nochmal die Hälfte der Autovariante. Für uns als Familie mit kleinen Kindern haben wir uns da bisher nicht rangetraut, aber als Einzelperson oder Paar ist das definitiv eine Option, wenn man kein Problem mit Verkehrschaos hat.
Und Verkehrschaos ist hier wörtlich zu nehmen. Roller- und Autolawinen, die gefühlt aus allen Richtungen gleichzeitig kommen, kaum erkennbare Regeln von außen betrachtet. Sicherheitstechnisch komplett anders als in Deutschland, keine Frage. Aber ehrlich: Wir haben in der ganzen Zeit noch nichts mitbekommen, das wirklich passiert wäre. Es sieht chaotischer aus, als es ist, zumindest bisher.
Was ich für den nächsten SEA-Trip mitnehmen würde
Wenn ihr hierherkommt, egal ob für einen Urlaub oder länger: Lasst den Mietwagen-Gedanken direkt fallen. Parkplätze zu finden ist eine Qual, der Verkehr so dicht, dass Selbstfahren mehr Stress als Freiheit bedeutet. Grab ist günstiger, einfacher, und ihr müsst euch um nichts kümmern.
Ein wichtiger Tipp dazu: Bestellt wirklich über die App, nicht spontan auf der Straße. Man wird ständig angesprochen, ob man ein Taxi braucht, klingt praktisch, kostet aber meistens mindestens das Doppelte, teils das Dreifache von dem, was die gleiche Fahrt über Grab kosten würde. Die App zeigt den Preis vorher fix an, keine Verhandlung, keine Überraschung am Ziel.
Im Grunde braucht's hier vor allem eins: keine Berührungsängste. Es sieht anders aus, fühlt sich anfangs auch anders an. Aber es funktioniert, und vor allem ist es bezahlbar auf eine Art, die man aus Deutschland überhaupt nicht kennt.
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Von Jenny am 29.06.2026
Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.
Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.
Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.