Airbnb, Booking, Facebook — wir haben bei allen dreien geschaut. Gefunden haben wir unsere Wohnung ausgerechnet über Facebook. Das hätte ich vorher nicht gedacht, und es ist inzwischen das Erste, was ich jedem empfehle, der länger als ein paar Wochen bleiben will.
Hier steht, wie das konkret abläuft, was wir zahlen, und was ich beim nächsten Mal anders machen würde. Denn die zweite Wohnungssuche läuft gerade, und die ist deutlich zäher.
Auf Airbnb und Booking findest du das, was für Touristen gelistet ist: kurze Aufenthalte, Tagespreise, Provision im Preis. Für eine Woche perfekt. Für ein halbes Jahr zahlst du damit einen Aufschlag, den du nicht brauchst.
Die Wohnungen, die Einheimische und Langzeitmieter tatsächlich mieten, laufen über andere Kanäle — und in Vietnam ist einer davon Facebook. Dort inserieren Vermieter direkt, ohne Plattform dazwischen. Such nach Gruppen mit dem Namen deiner Stadt plus „apartment", „rent" oder „expats", dann siehst du sofort, was wirklich verfügbar ist und zu welchem Preis.
Der Unterschied ist nicht nur der Preis. Du redest direkt mit der Person, der die Wohnung gehört.
Der Ablauf war überraschend unkompliziert:
Das hat uns Sicherheit gegeben. Man kauft nicht die Katze im Sack, sondern sieht wirklich, wofür man gleich unterschreibt.
Was du bei der Live-Führung fragen solltest — und zwar währenddessen, nicht danach:
Die Wohnung ist topmodern und komplett neu, wir sind die zweiten Mieter überhaupt. Inklusive sind: Pool, Internet, zweimal die Woche Reinigung und gefiltertes Trinkwasser über eine eigene Anlage.
Dafür zahlen wir 35 Millionen VND im Monat, umgerechnet etwa 1.200 Euro. Dazu eine Kaution von einer halben Monatsmiete. Strom läuft separat, mit rund 4.000 VND pro Kilowattstunde ist das aber kein Posten, über den man sich Sorgen machen muss.
Das sind unsere Zahlen aus dem Sommer 2026 für diese eine Wohnung in Vietnam. Mieten, Strompreise und Wechselkurse ändern sich — nimm das als Größenordnung, nicht als Preisliste.
Was mich am meisten überrascht hat: Gebucht haben wir das alles kurzfristig, nur ein paar Tage vorher. Getroffen, Mietvertrag unterschrieben, eingezogen. Kein wochenlanger Papierkram, keine Bonitätsprüfung wie in Deutschland.
Je länger du bleibst, desto günstiger wird es — dafür steigt die Kaution. Bei uns hätte eine Bindung ab einem halben Jahr die Monatsmiete von 35 auf 30 Millionen VND gedrückt.
Der Grund ist einfach: Vermieter wollen hier lieber langfristig vermieten als monatlich neu verhandeln, und das spiegelt sich direkt im Preis. Wenn du also ohnehin weißt, dass du länger bleibst, frag aktiv nach dem Langzeitpreis. Von allein nennt ihn dir niemand.
Werbung. Der folgende Link ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber buchst, kann ich dafür eine Vergütung bekommen. Für dich ändert sich nichts.
Wer nicht gleich eine Langzeitmiete sucht, sondern erst ein paar Wochen zur Orientierung braucht, fährt über ein Buchungsportal einfacher. Weniger Verhandlung, weniger Risiko, dafür meist etwas teurer als eine direkt gemietete Wohnung.
Für uns war das am Anfang genau der richtige Weg. Erst ankommen, das Viertel kennenlernen, dann langfristig festlegen. Diese Reihenfolge würde ich wieder so machen — sie kostet ein paar hundert Euro mehr und erspart dir eine Fehlentscheidung über sechs Monate.
Für Asien schau dir Trip.com an. Das ist der Anbieter, mit dem wir hier arbeiten, und gerade in Vietnam und Indonesien ist die Auswahl an Apartments und Hotels gut. Booking.com und Agoda funktionieren genauso — vergleich ruhig, die Preise für dieselbe Unterkunft unterscheiden sich je nach Portal.
Die erste Wohnung lief erstaunlich reibungslos. Fast zu gut, um wahr zu sein — kann eigentlich nur noch schwerer werden, dachte ich mir schon selbst.
Und tatsächlich: Aktuell sind wir auf Wohnungssuche in Ho Chi Minh, und das gestaltet sich deutlich zäher. Das Schwierigste ist dabei nicht der Vertrag und nicht der Preis. Es ist die Lage.
Man muss vorher genau wissen, was man in der Nähe haben will. Kita, Supermarkt, Gym, was auch immer für den Alltag zählt. Sonst sitzt man am Ende in einer schicken Wohnung, aber jeder Weg wird zur Grab-Fahrt. Und was in der Karten-App nach zehn Minuten aussieht, sind im Berufsverkehr schnell dreißig.
Lage-Check, bevor du dich entscheidest:
Mein Rat: Nehmt euch für die Lage mehr Zeit als für die Wohnung selbst. Eine gute Wohnung im falschen Viertel nervt auf Dauer mehr, als man vorher denkt.
Bei uns ist es gut gegangen, und der Ablauf mit Vorabvertrag und Live-Führung hat sich solide angefühlt. Trotzdem gilt: Überweise keine größeren Beträge, bevor du die Wohnung live im Video gesehen und einen Vertrag hast. Eine kleine Anzahlung zur Reservierung ist üblich, eine ganze Monatsmiete im Voraus an eine unbekannte Person nicht.
Wir haben das vor Ort geregelt. Wie Vermieter Zahlungen annehmen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich — klär das, bevor du unterschreibst, nicht danach.
In Vietnam gibt es Regeln dazu, wie Vermieter ausländische Mieter registrieren müssen, und die können sich ändern. Unsere Vermieterin hat das übernommen. Frag aktiv nach, wer sich darum kümmert. Verlass dich hier nicht auf einen Blogartikel — das gehört vor Ort und aktuell geklärt.
Kurzfristiger, als man aus Deutschland denkt. Wir haben ein paar Tage vorher zugesagt, uns getroffen, unterschrieben und sind eingezogen. Der lange Vorlauf, den man aus Deutschland kennt, ist hier nicht nötig.
Was auf Facebook und den Plattformen für Langzeitmieten angeboten wird, ist überwiegend möbliert. Für Leute, die mit Koffern ankommen, ist das der entscheidende Punkt — du brauchst nichts zu kaufen und nichts zurückzulassen.
Und zwei Dinge, die vor dem Einzug stehen sollten, nicht danach: eine funktionierende eSIM, damit du überhaupt erreichbar bist und Termine ausmachen kannst, und ein Plan für die erste Nacht — besonders, wenn du wie wir nach einem Langstreckenflug mit Kindern ankommst.
Beliebte Beiträge
Alle Termine, die noch sein mussten
Von Jenny am 29.06.2026
Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.
Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.
Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.