Kündigen, bevor der Vertrag steht

Kündigen, bevor der Vertrag steht

Wir wollten einen Notartermin. Und zwar schnell. Am liebsten noch im April.

Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Notartermine sind keine Sache, die man mal eben nächste Woche bekommt. Am Ende stand fest: 5. Mai. Für mich war das ein Problem – eigentlich hätte ich bis Ende April kündigen müssen, damit meine Kündigungsfrist zum neuen, vorgezogenen Übergabetermin passt.

Aber kündigen, ohne dass der Notarvertrag unterschrieben ist? Das kam für mich nicht infrage. Ein Haus zu verkaufen ist keine Formsache, bei der man vorschnell Fakten schafft, bevor alles wasserdicht ist. Also saß ich zwischen zwei Terminen fest, die eigentlich in der falschen Reihenfolge kamen.

Am 23. April bekamen wir dann Bescheid: Notartermin bestätigt, 5. Mai. Ich habe daraufhin mit meiner Chefin gesprochen und ihr reinen Wein eingeschenkt – unsere Pläne, den Zeitdruck, das ganze Dilemma mit der Kündigungsfrist. Kein leichtes Gespräch, aber ein notwendiges.

Nach etwas Hin und Her mit der Personalabteilung kam die Lösung, mit der ich nicht unbedingt gerechnet hatte: Ich konnte auch am 5. Mai noch kündigen und war trotzdem zum vorgesehenen Zeitpunkt Ende Juli offiziell raus. Perfekt, dachte ich. Ein Problem weniger.

Was mir an diesem Moment im Rückblick auffällt: Wie viel in dieser ganzen Geschichte davon abhing, dass Menschen – die Chefin, die Personalabteilung – mitgedacht und mitgeholfen haben. Ein Hausverkauf mit Auswanderung im Nacken ist kein Prozess, den man allein durchsteht. Man ist auf gute Gespräche angewiesen, auf Kulanz, auf Menschen, die verstehen, dass die Lebensrealität manchmal nicht in die Standardprozesse passt.

Mit der Kündigungsfrage geklärt, konnte ich mich endlich wieder auf den eigentlichen Termin konzentrieren: den Notar. Der kam schneller, als mir lieb war.

Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.

Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.

Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.