Fitness-Life in Vietnam: Wenn gesund leben plötzlich bezahlbar wird

Fitness-Life in Vietnam: Wenn gesund leben plötzlich bezahlbar wird

In Deutschland war Fitness für mich immer eine Kostenfrage. Studio-Abo, Proteinpulver, Meal Prep, Tracker, alles addiert sich, bis man am Monatsende merkt, wie viel einem 'gesund leben' eigentlich kostet. Hier in Vietnam ist das komplett anders. Nicht in jedem Punkt billiger, aber definitiv zugänglicher.

Das Gym um die Ecke

Unser Apartment hat kein eigenes Gym, was in vielen modernen Wohnanlagen hier eigentlich Standard ist. Wir haben uns also eins gesucht, keine fünf Minuten zu Fuß entfernt. Eine Million Dong für vier Wochen, umgerechnet etwa 35 Euro.

Ehrlich gesagt fand ich das im ersten Moment happig. Man erwartet automatisch, dass in Vietnam alles ein Bruchteil vom deutschen Preis kostet. Hier ist der Vergleich aber schwierig: Das Studio ist um ein Vielfaches größer als das, was ich aus Deutschland für ähnliches Geld gewohnt war. Mehr Geräte, mehr Fläche, mehr Möglichkeiten. Nicht teurer für dasselbe Angebot, sondern für ein deutlich größeres.

Mein Training bleibt dabei simpel: klassisches Krafttraining, etwas Bodyweight dazwischen. Cardio ist einfach nicht meins, egal in welchem Land ich gerade wohne.

Der eigentliche Gamechanger: makrogenaues Essen

Was mich hier wirklich umgehauen hat, ist das Angebot an Meal-Prep-Diensten. In Da Nang gibt es mehrere Anbieter, die dir dein Essen exakt nach Makros zusammenstellen. Du gibst an, wie viel Protein, Kohlenhydrate und Fett du brauchst, und bekommst genau das gekocht und geliefert. Kein Wiegen, kein Selberkochen, kein stundenlanges Rezepte-Optimieren.

Zum Vergleich: Ein Anbieter hier startet bei umgerechnet rund 8 Euro pro Tag für komplett fertige, auf dich abgestimmte Mahlzeiten, geliefert direkt vor die Tür. In Deutschland zahlt man für einen einzelnen individuell zusammengestellten Meal-Prep-Teller oft schon so viel, geschweige denn für einen ganzen Tag mit mehreren Mahlzeiten.

Wer den Fitness-Lifestyle also wirklich konsequent leben will, kann das hier auf ein Niveau bringen, das in Deutschland finanziell für die meisten Menschen einfach nicht drin ist. Gym, makrogenaues Essen, dazu noch Zeit, weil man sich nicht selbst ums Kochen kümmern muss, das ist eine Kombination, die zuhause richtig teuer wäre.

Der Tracker gehört einfach dazu

Wer sein Training und seine Makros so genau im Blick behält, kommt um eine Smartwatch oder einen Fitness-Tracker eigentlich nicht herum. Ich nutze meinen inzwischen täglich, für Schritte, Herzfrequenz und um ehrlich zu bleiben, was Bewegung angeht.

Ich nutze übrigens den von Xiaomi...und ich liebe ihn!!!

Der Gym-Preis selbst war für mich die einzige echte Überraschung, und selbst der relativiert sich, wenn man sieht, was man dafür bekommt. Der eigentliche Unterschied zu Deutschland liegt nicht im Studio, sondern in allem drumherum: Essen, das exakt passt, ohne dass man dafür ein Vermögen ausgibt oder stundenlang in der Küche steht. Wer hier ernsthaft in seine Fitness investieren will, kann das auf eine Art tun, die zuhause schlicht nicht bezahlbar wäre.

Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.

Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.

Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.