Essen in Vietnam: Worauf wir achten (und was wir am liebsten essen)

Essen in Vietnam: Worauf wir achten (und was wir am liebsten essen)

Wir essen hier eigentlich von allem. Selbst kochen mit frischen Zutaten vom Markt, Lieferung über Grab, Garküchen, kleine lokale Restaurants – Vietnam macht's einem leicht, überall gut und günstig zu essen. Man muss nur wissen, worauf man achtet.

Die Faustregel: Wo essen die Einheimischen?

Der wichtigste Trick, den ich gelernt hab: Schau, wo die Einheimischen essen. Ist ein Stand oder ein kleines Lokal voll mit Vietnamesen, ist das Essen frisch, weil es schnell durchgeht und ständig nachgekocht wird.

Vorsicht ist eher beim Gegenteil geboten: diese aufgehübschten Touristen-Restaurants, die von außen schick aussehen, aber innen gähnend leer sind. Kein Durchsatz heißt, Essen steht länger, wird vielleicht mehrfach aufgewärmt. Genau das würde ich meiden.

Selbst kochen mit Marktware

Wir kaufen regelmäßig auf dem Markt bei uns um die Ecke ein, frisches Fleisch inklusive. Was mich am Anfang überrascht hat: Das Fleisch liegt einfach bei 30 Grad draußen, ganz ohne Kühltheke. Klingt beunruhigend, wenn man's aus Deutschland gewohnt ist. Der Unterschied ist aber: Hier wird frisch geschlachtet und direkt am selben Tag verkauft, während Fleisch bei uns zuhause oft schon mehrere Kühlketten und einige Tage hinter sich hat, bevor es im Supermarktregal landet. Frisch bei Raumtemperatur ist hier der Normalfall, nicht das Risiko.

Was wir am liebsten essen

Mein absoluter Favorit für unterwegs: Xôi gà, Klebreis mit Hühnchen. Günstig, sättigend, überall zu finden, ein bis drei Euro sind hier normal.

Dann natürlich Phở, die berühmte Nudelsuppe, die es eigentlich zu jeder Tageszeit gibt, auch wenn sie traditionell als Frühstück gilt. Dazu Bánh mì, das französisch-vietnamesische Baguette-Sandwich, das an jeder Ecke anders schmeckt, je nachdem wer's belegt.

Ein Klassiker bei uns ist auch Gỏi gà, ein Hühnersalat mit Kräutern, den wir richtig oft essen. Und dann sind da noch die Wachteleier, Trứng cút, die hier hoch im Kurs stehen, kleine, günstige Proteinbomben, die überall als Snack oder Topping auftauchen.

Preise, an denen man sich orientieren kann

Ein normales Gericht auf der Straße oder in einer Garküche kostet in der Regel zwischen ein und drei Euro. Ein Bánh mì bekommt man meist für unter einem Euro, eine Schale Phở für ein bis zwei Euro. Klar gibt es auch teurere Restaurants, aber das echte Alltagsessen bleibt fast durchgehend günstig.

Traut euch an die Straßenstände und Garküchen ran, das ist meistens sicherer als sein Ruf, solange ihr auf Durchsatz und Frische achtet. Und lasst euch nicht von schicker Deko blenden, die beste Küche steckt oft in den unscheinbarsten Buden.

Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.

Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.

Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.