Ein Tag in Da Nang

Ein Tag in Da Nang

Andere Menschen haben einen Wecker, wir haben unsere Kinder. Selbst wenn wir verschlafen wollten – keine Chance. So startet unser Alltag in Da Nang: aufstehen, fertig machen, frühstücken.

Frühstück ist noch so eine Sache, wir suchen noch nach dem Richtigen. Zuhause war das einfach, es gab Quark und Joghurt. Hier kostet griechischer Joghurt 10€ und Quark gibt's gar nicht. Ich bin gerade bei Silk Tofu mit Whey Protein gelandet, mein Favorit wird das aber nicht. Die Kids essen normalen Joghurt mit Obst, mein Mann macht sich eine Smoothie Bowl.

Danach wechseln wir uns im Gym ab, einer geht, einer bleibt mit den Kids. Wer zuerst dran ist, wird nicht diskutiert, das ergibt sich. Sport hält uns fit, mehr steckt nicht dahinter.

Aus dem Gym direkt in den Pool, mit Kindern im Schlepptau. Duschen kann warten. Ich hab keine Lust, mich noch umzuziehen, bevor ich wieder nass werde.

Mittags kochen wir, manchmal auch abends, je nachdem wie der Tag läuft. Heute gab's Reis mit Garnelen in Kokossoße. Zehn Minuten, fertig. Schmeckt trotzdem nach mehr Aufwand, als es war – liegt an den Garnelen vom Markt und an der Kokosmilch, die hier wirklich nach Kokosnuss schmeckt, nicht nach der Dose.

Nachmittags im Kids-Café

Heute waren wir im Namto Premium Kids Café. Die Kinder toben, wir sitzen mit Laptop daneben und nennen das Arbeiten. Klappt manchmal erstaunlich gut. Heute hab ich zwischen zwei Sätzen einen Streit um eine Rutsche geschlichtet und danach den Gedanken komplett verloren. Egal, die Kinder waren beschäftigt, ich hatte einen Coconut Matcha vor mir, mein aktuelles Lieblingsgetränk.

Mein Mann hatte einen Salted Coffee. Starker Kaffee mit Salzschaum obendrauf, klingt beim ersten Schluck komisch, ergibt beim zweiten plötzlich Sinn. Später hatte jeder von uns noch einen Mango-Coconut-Drink. Frisches Obst, echte Kokosmilch, kein Sirup aus der Flasche, man schmeckt den Unterschied sofort.

Eintritt für die Kids: 80.000 VND pro Person, umgerechnet 2,80 Euro. Für einen ganzen Nachmittag Spielplatz, Aufsicht, Ruhe zum Arbeiten. Dazu die Getränke, und die Rechnung bleibt trotzdem lächerlich klein. Zuhause zahl ich das für einen Kaffee, den ich allein trinke.

Nach dem Café: heim, duschen, essen, Kinder ins Bett. Wenn die beiden endlich schlafen, sitz ich manchmal noch fünf Minuten auf der Couch und tu nichts. Kein großer Gedanke dabei, nur Ruhe.

Klingt nach Urlaub, ist aber einfach unser Alltag. Kinder, Job, Kochen, ins Bett bringen – das hätte ich in Deutschland auch. Nur mit mehr Schweiß, besserem Kaffee und einer Wäsche, die bei 32 Grad trotzdem gewaschen werden muss.

Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.

Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.

Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.