Der Anruf, der alles änderte

Der Anruf, der alles änderte

Acht Tage. So lange hat unsere Ruhe gehalten.

Am 9. April hatten wir uns mit den Käufern grundsätzlich einig gefühlt: Übergabe Ende Juli, alles entspannt, alles planbar. Am 17. April kam der Anruf, der das über den Haufen warf.

Die Käuferin am Telefon, freundlich wie immer, aber mit einer Ansage, die uns kurz die Sprache verschlagen hat: Sie wollten Anfang bis Mitte Juni einziehen. Nicht Ende Juli. Sechs bis acht Wochen früher.

Ich weiß noch, wie ich nach dem Gespräch dagesessen und gerechnet habe. Juni. Nicht Juli. Das bedeutete: Kündigung früher einreichen, damit Resturlaub und letzter Arbeitstag zusammenpassen. Das bedeutete: Umzug, Ausräumen, Flüge – alles um Wochen vorziehen, die wir eigentlich für andere Dinge eingeplant hatten.

Wir haben uns besprochen, hin und her überlegt, was machbar ist und was nicht. Am Ende haben wir uns auf den 20. Juni geeinigt. Ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben konnten – aber für uns bedeutete er: alles neu timen. Ich musste in der Arbeit einiges klären, vor allem wegen der Kündigungsfrist. Bis Ende April hätte ich eigentlich kündigen müssen, damit sich Resturlaub und Enddatum so verteilen, dass ich Ende Juli offiziell raus bin und ab Mitte Juni schon frei habe.

Nervös waren wir beide. Nicht wegen des früheren Termins an sich – sondern wegen all der Zahnrädchen, die jetzt neu ineinandergreifen mussten. Job, Notar, Flüge, Ausräumen. Alles, was wir uns in Ruhe zurechtgelegt hatten, musste plötzlich enger zusammengeschoben werden.

Im Rückblick war dieser Anruf der erste Moment in der ganzen Geschichte, in dem mir klar wurde: Das hier läuft nicht nach unserem Zeitplan. Es läuft nach dem der Käufer. Wir konnten reagieren, verhandeln, uns anpassen – aber die Kontrolle über das Tempo hatten ab diesem Telefonat sie.

Das war ein Gefühl, an das ich mich in den folgenden Wochen noch öfter erinnern sollte.

Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.

Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.

Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.