Der Abschied vom Makler

Der Abschied vom Makler

Neun Monate. So lange hatten wir den Makler zu diesem Zeitpunkt schon. Neun Monate, in denen wir selbst geworben, selbst geführt, selbst nachgefasst hatten – während er offiziell noch im Spiel war.

Im Januar 2026 war die Geduld aufgebraucht. Wir haben gekündigt.

Es war keine dramatische Entscheidung, eher eine überfällige. Kein großer Streit, kein Knall. Einfach die nüchterne Feststellung: Das bringt nichts mehr. Wir zahlen für etwas, das wir längst selbst machen. Also weg damit.

Was danach kam, war ein bisschen wie Neuanfang und Wiederholung zugleich. Wir haben uns umgeschaut nach anderen Maklern, ein paar Gespräche geführt, ein paar Angebote eingeholt. Gleichzeitig lief unsere eigene Anzeige weiter, die wir zwischenzeitlich pausiert hatten, jetzt wieder aktiv. Wir wollten alle Kanäle offen halten. Kein Vertrauen mehr in eine einzelne Lösung.

Ich erinnere mich an das Gefühl in dieser Zeit: eine Mischung aus Frustration und Entschlossenheit. Frustration, weil ein dreiviertel Jahr vergangen war, ohne dass wir dem Verkauf wirklich näher gekommen waren. Entschlossenheit, weil uns langsam klar wurde, dass wir uns nicht mehr auf Zusagen verlassen würden, die nicht eingehalten wurden. Wir würden das Ding jetzt so lange bearbeiten, bis es sich bewegt – mit oder ohne Makler.

Was ich in dieser Phase gelernt habe: Ein Vertrag zu kündigen fühlt sich oft schwerer an, als er ist. Man wartet zu lange, aus Höflichkeit, aus Unsicherheit, aus der Hoffnung, dass es sich doch noch bessert. Bei uns hat es neun Monate gebraucht, bis wir den Schritt gemacht haben. Im Rückblick hätten es auch drei sein können.

Zu dem Zeitpunkt, Januar 2026, ahnten wir noch nicht, dass der eigentliche Durchbruch erst im April kommen würde – und dass danach alles andere als ruhig werden würde. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Über diesen Blog

Ich bin Jenny – Mama von zwei Kleinkindern, und seit diesem Sommer nicht mehr in Aschheim, sondern unterwegs.

Wir haben unser Haus verkauft, sind über Vietnam gegangen und ziehen weiter nach Thailand. Hier schreibe ich auf, wie das wirklich abläuft – der Papierkram, der Abschied, der Alltag mit Kindern in einem Land, das nicht unseres ist.

Keine Hochglanz-Auswanderer-Story, sondern das, was tatsächlich passiert.